Filmvorführung "Deutsche Pop Zustände"

News #148

Am 05.12.2016 zeigt die LAG ROCK&POP den für den Grimme-Preis 2016 nominierten Film "Deutsche Pop Zustände - Eine Geschichte rechter Musik" im Apollo Kino in Koblenz.


Der Inhalt der Dokumentation von Dietmar Post und Lucía Palacios wird wie folgt beschrieben:


Jahrzehntelang galt Popkultur als modern und emanzipatorisch, längst aber ist sie Teil der gesellschaftlichen Mitte und hat sich merklich nach rechts geöffnet: Die Übergänge zwischen Mainstream und neonazistischen Ideologien sind inzwischen fließend.

Im ersten Bekennervideo des NSU werden die Songs "Am Puls der Zeit" und "Kraft für Deutschland" der populären Rechtsrock-Band „Noie Werte“ zur musikalischen Untermalung des Gezeigten verwendet. Musik spielte im NSU um Uwe Bönhard, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe eine zentrale Rolle - von ihnen ist bekannt, dass sie in der subkulturell geprägten neonazistischen Szene politisiert wurden und häufig auf Konzerte gingen. Die rechtsextreme Musikszene, speziell das Netzwerk um “Blood & Honour”, hat später die untergetauchten mutmaßlichen NSU-Terroristen unterstützt. Die Szene baut zunehmend auf die mobilisierende Wirkung der Musik. Eine Idee, die sich auch die NPD zu eigen gemacht hat: Seit 2004 sucht sie "die Herzen von Jugendlichen durch Musik zu erobern", indem sogenannte Schulhof-CDs an deutschen Schulen verteilt werden. Bis heute beschreiben diese CDs sehr genau den ideologischen Ist-Zustand rechter Musik.

Der Dokumentarfilm von Dietmar Post und Lucía Palacios zeichnet diese Entwicklungen nach und stellt Verbindungen zu sozialen und politischen Entwicklungen in Deutschland seit den späten 1970er Jahren bis in die Gegenwart her. Ähnlich wie in ihrem von ZDF/3sat koproduzierten pop-historischen Dokumentarfilm „Monks – The Transatlantic Feedback“, der 2009 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, arbeiten die Autoren auch in ihrem neuen Film kommentarlos mit Gesprächen und akribisch recherchiertem Archivmaterial. Für ihren Film haben sie Poptheoretiker und Soziologen, MusikerInnen und Label-VertreterInnen sowie einen Aussteiger aus der rechten Szene und einen Ausstiegsberater mit einer umfangreichen Sammlung musikalischer Beispiele besucht, und diese von ihnen analysieren, kommentieren und einordnen lassen.

So kommen zu Wort: Jan Raabe, Herausgeber des Buches "RechtsRock", Henryk Gericke, Autor des Buches "Ostpunk", Jonas Engelmann, Autor und Verleger des Ventil Verlags, Michael Weiß, Bildungsreferent des Antifaschistischen Pressearchivs APABIZ, Wilhelm Heitmeyer, Gründer des Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung Bielefeld, der Rapper Chaoze One, Rapperin Sookee und Anna Groß vom Berliner Springstoff-Label, Philipp Burger, Texter und Sänger der Südtiroler Band "Frei.Wild", sowie der "nationale" Liedermacher Frank Rennicke.


Der Beginn der Filmvorführung ist um 20.00h und ein Ticket kostet 5 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse!


  • Flyer - MZ
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